Hannelore Hoger

Foto: Eventpress Radke

Hannelore Hoger (* 20. August 1939 in Hamburg, † 21. Dezember 2024 ebenda) war eine deutsche Theater- und Filmschauspielerin und Theaterregisseurin. Bekannt geworden ist sie durch ihre Zusammenarbeit mit dem Regisseur Alexander Kluge und durch ihre Darstellung von resoluten wie mitfühlenden Charakteren wie der Fernsehkommissarin Bella Block, als die sie seit 1994 im ZDF auftrat.


Hogers Vater war Schauspieler und Inspizient am Ohnsorg-Theater, ihre Mutter arbeitete zu Hause als Schneiderin. Hoger wuchs mit zwei Schwestern und einen Bruder auf. Bereits im Alter von sechs Jahren betrat sie zum ersten Male die Bühne im Ohnsorg-Theater. Mit 14 Jahren bekam sie dort ihre erste größere Rolle, ein Jahr später stand ihr Entschluss fest, Schauspielerin zu werden.

Sie begann 1958 ihre Schauspiel-Ausbildung an der Hamburger Hochschule für Musik und Theater. Ab 1961 stand sie auf den Bühnen in Ulm, Bremen, Stuttgart, Köln, Berlin und in Hamburg von 1981 bis 1985. Dort wurde ihre Zusammenarbeit mit Augusto Fernandes zu einer prägenden Erfahrung. Um ihre Fähigkeiten zu verbessern, nahm sie einige Male Unterricht bei Lee Strasberg. Besonders bekannt wurde sie durch ihre Arbeiten unter Intendant Kurt Hübner am Ulmer Theater und am Bremer Theater am Goetheplatz. Herausragend ist dabei ihre Zusammenarbeit mit dem Regisseur Peter Zadek. Mit ihm ging sie 1972 auch ans Schauspielhaus Bochum. 1965 hatte sie ihren ersten Auftritt im Fernsehen, 1968 im Kino.

Sie arbeitete viel mit dem Regisseur und Produzenten Alexander Kluge zusammen, der in seiner experimentellen Filmästhetik von den Schriften der Frankfurter Schule beeinflusst worden ist: Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos (1968), Der große Verhau (1970), Willi Tobler und der Untergang der 6. Flotte (1972), Deutschland im Herbst (1977), Die Patriotin (1979) und Die Macht der Gefühle (1983).

Einer großen Öffentlichkeit bekannt wurde Hannelore Hoger vor allem in der Rolle der Kommissarin Bella Block in der gleichnamigen ZDF-Krimiserie. Die Serie wurde ab 1993 in unregelmäßigen Abständen gedreht und gesendet, um sich bewusst von der „Wochenproduktion“ abzusetzen. Bis Ende 2009 liefen 28 Folgen.

Hoger spielte auch in diversen Kinofilmen mit, so zum Beispiel in Helmut Dietls Rossini – oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief. Dort zeigte sie ihr komödiantisches Talent als Klatschreporterin Charlotte, wo sie an der Seite von Götz George, Mario Adorf und anderen bekannten Schauspielern auftrat.

Ab den 1980er Jahren inszenierte Hoger auch Theaterstücke wie etwa Kroetz‘ Stallerhof am Schauspielhaus Bochum, 1986 Friedrich Hebbels Maria Magdalena am Staatstheater Darmstadt, Bernhards Am Ziel und 1989 am Theater in der Josefstadt Wedekinds Frühlings Erwachen.

Ab 1990 spielte sie gemeinsam mit dem Schauspieler Joachim Dietmar Mues und dem Pianisten und Sänger Joachim Kuntzsch unregelmäßig in verschiedenen Städten das Programm „Außen rot und innen … Ein Tucholsky-Abend“, in dem sie drei Texte des Satirikers Kurt Tucholsky schauspielerisch aufbereiteten.

Ab dem Sommer 2005 traten Hannelore Hoger und ihre Tochter Nina zusammen mit dem Ensemble Noisten auf. Gelegentlich trat sie mit ihrem früheren Lebensgefährten, dem Pianisten Siegfried Gerlich, als Sängerin auf mit dem Programm „Liebesschluchzen – Texte und Lieder über die Liebe“.

Ihre Popularität stellte Hoger in den Dienst für soziale Anliegen wie der Kampagne des BMFSFJ „Hinsehen. Handeln. Helfen!“ gegen sexuelle Gewalt an Kindern von April 2004 bis Februar 2005. Hoger beteiligte sich 2003 auch an einer Aufklärungskampagne der Deutschen Krebshilfe e. V. für ein frühzeitiges Mammographie-Screening gegen Brustkrebs. Seit 2005 wird jeder Frau ab 50 Jahren in zweijährigen Abständen eine qualitätsgesicherte, wohnortnahe Früherkennung angeboten.

In ihrem Kommentar zum Jahreswechsel 2001/2002 wies sie darauf hin, dass die globale Marktwirtschaft täglich 24.000 Menschen das Leben kostete.

2007 wurde sie Schirmherrin der Kampagne „Jede Oma zählt“ der Hilfsorganisation Helpage Deutschland, mit der Unterstützer für Hilfsprojekte zu Gunsten alter Menschen in Entwicklungsländern gesucht werden.

Hoger war Mutter der Schauspielerin Nina Hoger (* 1961), deren Vater der Schauspieler Norbert Ecker ist. Hogers Lebensgefährte war sieben Jahre lang der Pianist Siegfried Gerlich.

Quelle: Wikipedia

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