Fatih Akin

Fatih Akin (* 25. August 1973 in Hamburg) ist ein deutsch-türkischer Filmregisseur, Drehbuchautor, Schauspieler und Produzent. Für seinen vierten Spielfilm Gegen die Wand mit Birol Ünel und Sibel Kekilli in den Hauptrollen wurde er 2004 mit dem Goldenen Bären, dem Deutschen Filmpreis und dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet und dadurch international bekannt.

1993 begann Akin mit Aushilfstätigkeiten vor und hinter den Filmkulissen bei der Wüste Filmproduktion der Hamburger Produzenten Stefan Schubert und Ralph Schwingel und arbeitete zunehmend als Autor, Regisseur und Schauspieler. Nach dem Abitur absolvierte er von 1994 bis 2000 das Studium Visuelle Kommunikation an der Hamburger Hochschule für bildende Künste (HfbK). Aus der Zusammenarbeit mit Schwingel gingen zunächst zwei Kurzfilme hervor, Sensin (1995) und Getürkt (1996). 1998 debütierte Akin als Spielfilmregisseur mit Kurz und schmerzlos, danach folgten mit Im Juli (2000) und Solino (2002) weitere Regiearbeiten, in denen er jeweils Moritz Bleibtreu die männliche Hauptrolle anvertraute.

2004 gründete Akin zusammen mit Andreas Thiel und Klaus Maeck die Filmproduktionsfirma Corazón International. Im selben Jahr realisierte er mit dem Spielfilm Gegen die Wand den ersten Teil einer geplanten Trilogie über Liebe, Tod und Teufel und verfilmte das Heinrich-Heine-Lied Die alten bösen Lieder als deutschen Beitrag für den von Lars von Trier produzierten Film Europäische Visionen, zu dem unter anderem auch Tony Gatlif, Theo van Gogh, Aki Kaurismäki und Jan Troell Episoden beisteuerten. Für Gegen die Wand erhielt Akin den Goldenen Bären auf der Berlinale 2004, später den Deutschen Filmpreis und den Europäischen Filmpreis.

Als Anerkennung seines Filmschaffens wurde Fatih Akin 2005 in die Jury der Filmfestspiele von Cannes eingeladen, dem wichtigsten europäischen Filmfestival, während er Monate später im Wintersemester 2005/06 eine Gastprofessur an der HfbK annahm.[2] Im selben Jahr veröffentlicht Fatih Akin seinen ersten abendfüllenden Dokumentarfilm Crossing The Bridge – The Sound of Istanbul, in dem er über die musikalische Vielfalt Istanbuls berichtet, und zeigte sich mit für das Drehbuch der interkulturellen Komödie Kebab Connection verantwortlich.

Seit 2007 ist Fatih Akin Mitglied der Freien Akademie der Künste Hamburg.

2007 realisierte Akin mit Auf der anderen Seite den zweiten Teil seiner „Liebe, Tod und Teufel“-Trilogie. Das Drama feierte seine Weltpremiere im Wettbewerb des 60. Filmfestivals von Cannes und der Filmemacher wurde dort für sein Drehbuch und mit dem Sonderpreis der Ökumenischen Jury ausgezeichnet. Neben weiteren Preisen erhielt Auf der anderen Seite den Deutschen Filmpreis in den Kategorien Film, Regie und Drehbuch, den Drehbuchpreis bei der Europäischen-Filmpreisverleihung 2007 und war als offizieller deutscher Beitrag für den besten nichtenglischsprachigen Film bei der Oscar-Verleihung 2008 vornominiert, ebenso wie der von Akin koproduzierte Takva – Gottesfurcht (2006) als türkischer Beitrag.

Während seiner Arbeit zu Auf der anderen Seite hat Akin ein dokumentarisches Langzeitfilmprojekt, mit dem Titel Müll im Garten Eden, über eine geplante Mülldeponie im Heimatdorf seiner Großeltern gestartet.

Regelmäßig kehrt der Filmemacher auch zur Schauspielerei zurück, mit der er seine Filmkarriere 1993 eingeleitet hatte. Neben zum Teil umfangreichen Cameoauftritten in seinen Regiearbeiten, aber auch in Filmen wie Oliver Hirschbiegels Das Experiment, bekleidete Akin als Schauspieler auch Hauptrollen, zum Beispiel im eigenen Kurzfilm Getürkt, in Andreas Thiels Thriller KÄsmet (1999; auch unter dem Titel Black Souls bekannt), Idil Üners Kurzfilm Die Liebenden vom Hotel von Osman (2000) oder in der türkischen Kinokomödie HÄrsÄz var! (2004). 2008 wurde er für seine Verdienste um Integration und Identitätsbildung in Europa, gemeinsam mit dem französischen Filmemacher Abdellatif Kechiche, mit der Karlsmedaille für europäische Medien ausgezeichnet.

2008 stellte Akin seine erste Produktion in Hollywood fertig und begann die Zusammenarbeit mit Emir Kusturica an dem Projekt Mamarosch. Zum Episodenfilm Deutschland 09 – 13 kurze Filme zur Lage der Nation steuerte Akin das Stück Der Name Murat Kurnaz bei.
Akin bei der Präsentation von Soul Kitchen in Wien (2009)

Für seine Filmkomödie Soul Kitchen wurde Akin 2009 bei den 66. Filmfestspielen von Venedig mit dem Spezialpreis der Jury geehrt.[3] Der Film mit Adam Bousdoukos in der Hauptrolle war bereits in den Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes berufen worden, konnte aber nicht rechtzeitig zum Filmfestival fertiggestellt werden. Soul Kitchen wurde Monate später für den Deutschen Filmpreis in der Kategorie Bester Film nominiert.

Der Hamburger Filmemacher führte Anfang 2010 einen Rechtstreit mit dem Braunschweiger Schriftsteller Alexander Wallasch, der „auffällige Ähnlichkeiten“ zwischen seinem Debütroman „Hotel Monopol“ und Akins Komödie Soul Kitchen gesehen haben wollte. Wallasch unterlag im Rechtsstreit, sodass eine einstweilige Verfügung bestehen blieb. Thomas Lindemann schrieb bereits am 9. November 2009 in DIE WELT unter der Überschrift Streit um Fatih Akins neuen Film „Soul Kitchen“: „Das ist etwas abenteuerlich, denn auffällige Ähnlichkeiten gibt es nun einmal“.

Quelle: Wikipedia

Weitere Informationen zum Thema Film und Fernsehen finden Sie unter: www.deutsche-kinemathek.de

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