Mario Adorf

Foto: DIF

Mario Adorf (* 8. September 1930 in Zürich, † 8. April 2026 in Paris) war ein deutscher Schauspieler mit italienischen Wurzeln. Er gehörte zu den profiliertesten zeitgenössischen Darstellern bei Bühne, Kino und Fernsehen. Daneben betätigte sich Adorf als Autor amüsanter Geschichten.

Mario Adorf war das uneheliche Kind der aus dem Elsass stammenden deutschen Röntgenassistentin Alice Adorf und eines verheirateten Italieners, des kalabrischen Chirurgen Dr. Matteo Menniti. Er wuchs bei seiner Mutter in Mayen in der Eifel auf, wo er nach dem Besuch des Borromäerinnen-Kindergartens und der Volksschule die Oberrealschule absolvierte. Ab 1950 studierte er an der wiedergegründeten Universität Mainz Philosophie, Psychologie, Kriminologie, Literatur, Musikgeschichte und Theaterwissenschaften. Er betätigte sich in einer Studentenboxstaffel sowie an der Studentenbühne.

1953 ging er zur Fortsetzung seines Studiums nach Zürich und arbeitete dort als Statist und Regieassistent am Schauspielhaus Zürich. Kurz darauf brach er sein Studium ab. Es folgte eine Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München. 1954 trat er mehrmals an den Münchner Kammerspielen auf. Im Anschluss an seine Schauspielausbildung hatte Adorf von 1955 bis 1962 bei den Münchner Kammerspielen ein Engagement als Schauspieler.

Nach einigen kleineren Filmrollen wurde er durch seine Darstellung des von den Nationalsozialisten fälschlicherweise als psychopathischer Frauenmörder bezeichneten, aber nie verurteilten Bruno Lüdtke in Nachts, wenn der Teufel kam allgemein bekannt. Als sich nachträglich dessen Unschuld herausstellte, bat er die Familie des im „Gewahrsam“ des von den Nationalsozialisten betriebenen Kriminalmedizinischen Zentralinstituts der Sicherheitspolizei in Wien ums Leben gekommenen Lüdtke. Danach war er viele Jahre auf Schurkenrollen festgelegt. In Winnetou 1. Teil übernahm er die Rolle von Winnetous bösartigem Gegenspieler Santer, der Winnetous Schwester Ntscho-tschi (Marie Versini) erschoss. In Die Herren mit der weißen Weste war er der Ganove Bruno ‚Dandy‘ Stiegler. Er reüssierte 1993 als Patriarch in der vierteiligen TV-Serie Der große Bellheim unter der Regie von Dieter Wedel. Unter der Regie von Helmut Dietl spielte er in Kir Royal wie auch in Rossini – oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief. Insgesamt umfasst sein filmisches Schaffen mehr als 220 Film- und Fernsehproduktionen zwischen 1954 und 2023, daneben war Adorf auch ein profilierter Theaterschauspieler. Ab 2009 engagierte sich Adorf auch als „Botschafter für gutes Hören“ für die Entstigmatisierung Hörgeschädigter.

Mario Adorf starb am 8. April 2026 nach kurzer Krankheit im Alter von 95 Jahren in seiner Pariser Wohnung.

Quelle: Wikipedia

Mario Adorf bei filmportal.de